Dong San bittet um Wasser
Der Mönch Dong San, der später ein großer Zen-Meister wurde und die Soto-Schule begründete, zog einst während eines heißen Sommers durch die Berge. Er war sehr durstig, aber es gab weder eine Quelle noch einen Brunnen in der Umgebung. Glücklicherweise kam da plötzlich eine schöne junge Frau mit einem Krug auf dem Kopf des Weges. Dong San wandte sich hocherfreut an sie und sagte: „Bitte, Bodhisattva, gebt mir ein wenig Wasser!“ Die junge Frau antwortete: „Das will ich gerne tun, wenn Ihr mir zuvor eine Frage beantwortet.“ „Bitte fragt“, erwiderte Dong San.
Die junge Frau setzte ihren Krug ab, wobei Dong San das reine und klare Wasser darin sehen konnte. Sie fragte: “Ehrwürdiger Mönch, gibt es in diesem Wasser Staub oder nicht?“ Dong San war sich ganz sicher und antwortete daher ohne zu zögern: „Das Wasser ist völlig klar und kein Staub darin.“
Die junge Frau antwortete daraufhin kühl: „Ihr, Ehrwürdiger. Mönch solltet das Wasser anderer nicht schmutzig machen“, setzte den Krug auf und ging.
Was bedeutet dies?
Durch welche Antwort hättet Ihr das Wasser aus ihrem Krug trinken können,
wenn Ihr an Dong Sans Stelle gewesen wärt?
Ehrw. Zen-Meister Young San Seong Do
Fange den Klang der Zikaden und bringe ihn
An einem heißen Sommertag aß Zen-Meister Man Gong mit seinen Schülern unter einem Baum vor dem Po Dok Sah Tempel Wassermelone. Aus allen zehn Richtungen hörten sie den Gesang unzähliger Zikaden der Wälder.
Zen-Meister Man Gong sagte: „Ihr alle hört diesen Gesang der Zikaden. Könnt ihr mir den Klang der Zikade bringen, ist diese Wassermelone umsonst, könnt ihr es nicht, müsst ihr dafür zahlen.“
Alle Schüler fanden sich in einer schwierigen Situation, denn sie hatten kein Geld.
Da stand einer von ihnen plötzlich auf und machte mit seiner Stimme den Klang einer Zikade nach. Der Meister sagte: „Nein, du musst dafür bezahlen“.
Ein anderer zeichnete einen Kreis auf dem Boden, setzte sich in dessen Mitte und sagte: „In Form kein Buddha, in Buddha keine Form.“ Ein anderer Mönch tat mit seinen Armen so, als würde er wie eine Zikade fliegen.
Viele von ihnen gaben verschiedene Antworten, doch Zen-Meister Man Gong sagte jedesmal: „Nein, du solltest dafür bezahlen.“
Schließlich gab Bo Wol Snim eine richtige Antwort. Man Gong lächelte und sagte: „Du verstehst meinen Geist.“
Wärest du dort gewesen, was hättest du antworten können?
Was war die Antwort Bo Wol Snims?
Ehrw. Zen-Meister Young San Seong Do
Der Kern des Lebens
Was ist der Kern unseres Lebens? Der Kern des menschlichen Lebens ist unser Geist. Aber was ist "Geist"? Wo ist dieser "Geist"?
Manche Menschen antworten: "Mein Geist ist hier." Ist dann etwas, das wir dort drüben sehen, nicht unser Geist?
Andere antworten: "Mein Geist ist genau jetzt." Nur jetzt? Ist die Vergangenheit oder die Zukunft nicht unser Geist?
Weil wir nicht wissen, was unser Geist ist, können wir nicht wirklich zur Ruhe kommen. Wir mögen in der Außenwelt nach einem tieferen Sinn suchen, aber die Dinge, an die wir uns dabei klammern, sind allesamt vergänglich. Sie können uns keine dauerhafte Befriedigung [Genugtuung] verschaffen.
So kommt es, dass genau die Dinge, auf die wir uns stützen, selbst zur Quelle neuen Leidens werden. Und wenn wir uns dann bei unserer Suche nach einem Gewissheit im Leben anderen Dingen zuwenden, beginnen wir nur hier und dort umherzuirren. So können wir nicht verhindern, dass wir]immer wieder in Zustände der Unsicherheit, der Angst und des Schmerzes zu geraten. Wir leiden und haben uns selbst verloren.
Woher kommt das Leiden in unserem Leben? Kommt es wirklich von Außen?
Buddha hat gesagt: "Alles Leiden kommt aus uns selbst, aus unserem eigenen Geist." Solange wir unseren Geist nicht kontrollieren können, erzeugen wir zwangsläufig immer wieder neues Leiden. Wie aber können wir unseren Geist kontrollieren? Hierfür müssen wir unseren Geist zu allererst einmal erkennen. Anstatt weiterhin ununterbrochen unseren Sinneswahrnehmungen zu folgen, sollten wir uns an dasjenige halten, das diese Sinneswahrnehmungen hat.
Wer ist es, der sieht, hört, riecht, schmeckt, fühlt und denkt?
Mit anderen Worten: „Wer bin ich wirklich?“
Haltet euch fortwährend an dieser Frage fest.
Ehrw. Zen-Meister Young San Seong Do
Befreiung von Leben und Tod
(Dharmarede, 8.05.2007)
Das Schrecklichste in unserem Leben ist der Tod. Sich von Leben und Tod zu befreien ist deshalb die dringendste Aufgabe der Zen-Praktizierenden.
Vor etwa 2500 Jahren hat ein Prinz namens Siddharta Gotama sein königliches Zuhause verlassen, um sich nur noch der Suche nach der höchsten Wahrheit zu widmen. Im Alter von 35 Jahren verwirklichte er beim Anblick des Morgensterns das große Erwachen und verkündete: „Es ist wunderbar, dass allen Wesen die Buddha-Natur zueigen ist. Einzig aufgrund ihrer Anhaftung an verblendete Vorstellungen sind sie jedoch nicht imstande dies zu erkennen.“
Das große Erwachen ist nichts anderes als die Befreiung von allen Illusionen, die Befreiung von Leben und Tod. Und dahin gibt es keinen anderen Weg als den, sich selbst, seine eigene Natur zu schauen.
Was ist es, das da weiß, dass es lebt? Was ist es, das da weiß, dass es sterben muss?
Die Befreiung von Leben und Tod ist nichts, was „irgendwann einmal“ erreicht werden könnte.
Wann willst du sie verwirklichen, wenn nicht unmittelbar jetzt?
Ehrw. Zen Meister Young San Seong Do
Es gibt hier ein Ding
Eines Tages sagte der sechste Patriarch Hui-neng:
Hier ist ein Ding.
Es hat kein Oben und kein Unten, keinen Namen und keine Form.
Seine Helligkeit ist die der Sonne, seine Dunkelheit ist pechschwarz.
Es verweilt beständig inmitten der Bewegung.
Wie würdest du es nennen?"
Ehrenwerte Praktizierende, bringt mir die Antwort auf diese Frage!
Der Weg des Buddhismus liegt nicht in der Verfeinerung des Denkens. Leben und Tod ziehen so schnell dahin, dass keine Zeit ist, sich in Kontemplation zu verlieren. Klammerst du dich an deine eigenen Gedanken, wirst du nicht einmal von einem Grashalm frei sein können. Ständig von der Welt der Gegenstände angezogen, wirst du deinen Kopf sogar verlieren, wenn du den Rock des Steinmädchens ansiehst.
Der Berg hat nie gesagt: "Ich bin ein Berg."
Auch das Wasser sagt nicht: "Ich bin Wasser."
Himmel, Erde, Buddha, Gott... Was ist der wahre Meister, der diese Namen nennt?
Woher kommt es?
Was ist dies?
Ehrw. Zen-Meister Young San Seong Do
Die guten Schneeflocken des Laien Pang
Als der Laie Pang (kor. Bang Geo Sa) Abschied von Zen-Meister Yak Shan nahm, befahl Shan zehn Zen-Mönchen, ihn zum Tor der Berge zu geleiten.
Während sie von den Bergen herabstiegen, fiel Schnee in großen Flocken und die ganzen Berge waren von weißen großen Schneeflocken verdeckt.
Der Laie zeigte auf den Schnee in der Luft und sagte: „Oh, gut!... Flocken, Schneeflocken, nicht einmal eine Flocke fällt an irgendeinem anderen Ort.“
Als einer der Zen-Mönche namens Ch’uan (kor. Jeon) seine Worte hörte, fragte er: „Wo fallen sie dann?“
Der Laie gab ihm plötzlich eine Ohrfeige.
Jeon sagte: „Selbst ein Laie sollte nicht so grob sein.“
Der Laie sagte: „Auch wenn du dich auf diese Weise einen Zen-Mönch nennst, wird dich der König des Todes nicht gehen lassen.“
Jeon sagte: „Und was ist dann mit dir, Laie?“
Der Laie gab ihm wieder eine Ohrfeige und sagte: „Deine Augen sehen wie ein Blinder, dein Mund spricht wie ein Stummer.“
Später sagte Zen-Meister Hsueh Tou (kor. Seol Du): "Als der Laie das erste Mal gefragt worden ist, hätte er einen großen Schneeball machen und den Mönch damit treffen sollen."
Ich möchte Sie alle fragen:Wenn Sie der Laie Pang gewesen wären, wie hätten Sie auf die Frage des Mönches, „Wo fallen die Schneeflocken“ antworten können?
Sagen Sie: „Gerade vor meinen Augen“, oder „auf die ganzen Berge“...?
Nein, nein. Solch eine Antwort kann selbst von einem Blinden gegeben werden. Wie würden Sie also antworten?
Kommentar:
Die zehntausend Dharmas kehren in das Eine zurück. Sie sollten dieses Eine in richtiger Weise kennen. Und doch, wenn Sie abgesondert nach dem Einen suchen, wird es sofort verschwinden. Was dann? Legen Sie vor allem alles nieder und schauen Sie in Stille, wo all die Schneeflocken dahinschwinden und vergehen.
Zen-Meister Seol Do hat kommentiert: Der Laie Pang hätte einen Schneeball machen und den Mönch treffen sollen.
Ich habe aber eine andere Meinung. Und warum? Mir scheint, der Ehrwürdige Meister ist zu barmherzig gewesen.
Wäre ich Pang gewesen und man hätte mir diese Frage gestellt, so hätte ich zuerst gefragt: "Was ist genau das eine, das nach dem Ort sucht, an dem die Schneeflocken fallen?" Wenn er dann trotzdem genau diesen Ort noch nicht in richtiger Weise gesehen hätte, dann hätte ich ihn mit einem großen Stock bearbeitet.
Ehrw. Zen-Meister Young San Seong Do
Bewegt sich der Berg oder bewegt sich das Boot?
Zen-Meister Man Gong unternahm einst eine Bootsfahrt zur An-Myon-Do-Insel mit einigen seiner Schüler.
Unterwegs, auf einen Berg zeigend, fragte der Zen-Meister seine Schüler:
“Ist es der Berg oder dieses Boot, was sich bewegt?”
Alle Schüler waren verblüfft über die plötzliche Frage ihres Meisters.
In diesem Augenblick trat Hae Am vor und antwortete:
“Weder bewegt sich der Berg, noch bewegt sich das Boot.”
“Was bewegt sich denn dann?” fragte Man Gong.
Hae Am antwortete: “Der Geist ist es, das sich bewegt.”
“Wie kannst Du das beweisen?”, fragte Man Gong.
Darauf zog Hae Am ein Taschentuch aus der Tasche und wedelte damit.
Man Gong beobachtete Hae Ams Antwort mit befriedigter Miene,
“Wann ist deine Haushälterei (Praxis) so geworden?”
Hae Am antwortete: “Das ist schon lange her.”
Nachdem Zen-Meister Seong Do die Geschichte beendet und mit dem Dharma-Stock auf das Pult geschlagen hatte,
fragte er: “Versteht ihr die Bedeutung davon, dass Hae Am mit seinem Taschentuch wedelte?”
“Dann, was ist dein Geist, und wie kannst du allen Widrigkeiten deines Lebens in diesem Samsara entkommen?”
Ehrw. Zen-Meister Young San Seong Do
Zen-Meister Nam Cheon schneidet die Katze entzwei
Im Kloster von Zen-Meister Nam Cheon stritten sich eines Tages die Mönche der östlichen und der westlichen Halle darüber, wem eine Katze gehöre. Die Mönche der östlichen Halle sagten: "Das ist unsere Katze!", die Mönche der westlichen Halle aber sagten: "Nein, diese Katze gehört uns, nicht euch!". Als Nam Cheon dies sah, hob er plötzlich die Katze empor und sagte: "Wer den Pfad erreicht hat, der gebe mir ein Wort. Dann werde ich sie nicht töten." Keiner aus der Gemeinschaft antwortete, und so schnitt Nam Cheon die Katze entzwei.
Ich möchte Sie fragen: Wären Sie in dieser Gemeinschaft, wie könnten Sie das Leben der Katze retten?
Kommentar: Nam Cheons Tanz, die Katze in der einen Hand, ein scharfes Schwert in der anderen, kann Mahkasyapas spöttischem Lächeln nicht entgehen.
Als Jo-Ju am Abend von seiner Arbeit zurückkam, erzählte Zen-Meister Nam Cheon ihm die gerade berichtete Geschichte, um ihn auf die Probe zu stellen. Sofort zog Jo-Ju seine Strohsandalen aus, legte sie sich auf den Kopf und ging.
Nam Cheon sagte: "Wärst du hier gewesen, hättest du die Katze retten können."
Ich möchte Sie noch einmal fragen: Warum ging Jo-Ju, kaum dass er die Geschichte von seinem Lehrer Nam Cheon gehört hatte, mit den auf seinen Kopf gelegten Strohsandalen fort? Und wie könnte diese Tat Jo-Jus der Katze das Leben gerettet haben?
Kommentar: Die Strohsandalen sind Schuhe, die man an den Füßen trägt. Warum also hat Jo-Ju sie trotzdem auf dem Kopf getragen?
Ehrw. Zen-Meister Young San Seong Do
Mahakasyapas Lächeln
Eines Tages, als Shakyamuni Buddha das Sad-Dharma-Pundharika-Sutra (das Lotus-Sutra) auf dem Grdhrakuta-Berg lehrte, stieg er auf das hohe Podest und schwieg, anstatt zu lehren.
Die Menschenmenge wunderte sich sehr. Eine Minute verging, zwei Minuten vergingen, drei und vier Minuten vergingen. Schließlich hob er wortlos eine Blume hoch und zeigte sie der Versammlung. Aber keiner in der Menge verstand dies und alle waren verwirrt. In diesem Augenblick lächelte Mahakasyapa, der weit hinten saß, leise.
Der Buddha bemerkte sofort Kasyapas Lächeln und sagte: „Ich habe den Schatz des Auges des wahrhaftigen Dharma, den unsagbaren Geist des Nirvana und die Wirklichkeit ohne Form. Ich habe sie alle Mahakasyapa anvertraut.“
So wurde Mahakasyapa der erste Patriarch seit Buddhas Erleuchtung.
„Warum lächelte Kasyapa?“, also „Was bedeutet es, dass Kasyapa lächelte?“, wurde seither eine große Frage unter den Praktizierenden.
Ein bedeutender Lehrer sagte dazu: „Kasyapas Lächeln, als Buddha die Blume hochhielt, war ein spöttisches Lächeln“. Das bedeutet, dass Kasyapa gewissermaßen über Buddhas Geste des Hochhaltens der Blume lachte.
Ich möchte Sie jetzt fragen: „Warum lächelte Kasyapa Buddha spöttisch zu? Weshalb?“
Ehrw. Zen-Meister Young San Seong Do
"In einem Baum" von Zen-Meister Hyang Eom
Einmal stieg Zen-Meister Hyang Eom auf sein Podest, um eine Dharma-Rede zu halten und sagte: "Was ist dies...? Dies eine ist eine Angelegenheit von großer Bedeutung im menschlichen Leben.
Es ist wie ein Mensch, der mit seinen Zähnen an einem Ast ganz oben in einem hohen Baum hängt. Seine Hände und Füße sind fest zusammengebunden, sodass er den Baum damit nicht berühren kann. Da fragt ihn ein Richter, der unter dem Baum steht: "Warum ist Bodhidharma nach China gekommen?"
Öffnet er seinen Mund, um zu antworten, stirbt er. Gibt er indes keine Antwort, wird er wegen des Verbrechens der Pflichtverletzung hingerichtet.
Ihr alle hängt, wie damals der Mensch, an dem Baum. Wie könnt ihr am Leben bleiben? Gebt mir ein Wort!"
Ehrw. Zen-Meister Young San Seong Do
Die leeren Hände
Eines Tages besuchte ein Mönch namens Eom Jang Zen-Meister Dscho-Dschu und sagte :
"Ich komme hierher mit leeren Händen."
Zen-Meister Dscho-Dschu erwiderte: "Leg es nieder."
"Ich sagte doch schon, dass ich mit leeren Händen gekommen bin. Was also soll ich niederlegen?", fragte der Mönch.
Zen-Meister Dscho-Dschu gab zurück: "Wenn du es nicht niederlegen willst, nimm es wieder mit und geh."
Ich möchte Sie alle fragen: "Was sollten Sie niederlegen, wenn Sie der Mönch wären?"
Erläuterung:
Gar mancher wandert ständig wie der Mönch mit etwas Überflüssigem von hier nach dort und merkt es noch nicht einmal. Wie armselig und verblendet! Sieh deine Hand an! Was für ein Ding trägst du in deiner Hand? Selbst wenn du kein Ding in der Hand hast, ändert das nichts.
Das, wonach Zen-Meister Dscho Dschu fragt, ist kein solches Ding. Was aber ist es? Schnell, sag es mir!
Ehrw. Zen-Meister Young San Seong Do
^TOP

Ein wahrer Satz
1. Unter dem Meer läuft die Schlammkuh und frisst den Mond in ihrem Maul.
2. Vor einem Felsen schläft ein steinerner Tiger und hält dabei ein Baby in seinen Pranken.
3. Die stählerne Schlange bohrt sich in das Auge des Diamanten.
4. Ein Elefant, der den Konlyun- (Sumeru-) Berg auf seinem Rücken trägt, wird von einem kleinen Vogel gezogen.
Einer der vier vorstehenden Sätze ist eine Wahrheit, die Leben geben oder nehmen kann.
Bitte gib mir ein Wort!
Ehrw. Zen-Meister Y. S. Seong Do
Hell und klar strahlt das Licht des Geistes.
Die Wurzeln und Staube sind verschwunden.
Das Sein offenbart sich selbst, ununterbrochen.
Mit Worten kann es nicht ausgedrückt werden.
Die ursprüngliche Natur wird durch nichts verunreinigt.
Sie ist vollkommen wie sie ist.
Alle Ideen der Fantasie zu beseitigen ; das ist Buddha.
Das Wort „Buddha“ in der letzten Strophe passt nicht zu allen Bedeutungen dieses Verses. Wie kann es „Buddha“ sein, alle Ideen der Fantasie zu beseitigen?
Bitte, finde hierfür anstelle des Wortes „Buddha“ einen anderen, treffenderen Begriff.
Ehrw. Zen-Meister Young San Seong Do
Was ist das „weder Gesprochene,
noch Ungesprochene“?
Hier ist eine interessante Zen-Geschichte:
Ein außerhalb des Weges Suchender fragte den Buddha: "Ich frage Euch weder über das Gesprochene noch über das Ungesprochene. Wie steht es damit?"
Der Buddha blieb still.
Der außerhalb des Weges Suchende bezeugte dem Buddha seine Ehrerbietung und sagte: "Die große Güte und das große Mitgefühl des Buddha haben die Wolken meiner Verblendung aufgelöst und mich den Weg erreichen lassen".
Nachdem der Suchende gegangen war, fragte Ananda den Buddha: "Was hat der außerhalb des Weges Suchende verwirklicht, dass er sagte, er habe den Weg erreicht?" Der Buddha erwiderte:
"Er ist wie ein gutes Pferd. Er läuft, wenn er nur den Schatten der Peitsche sieht."
Kommentar des Zen-Meisters:
Dadurch, dass Buddha schweigend verharrte, hat er ihn voller Güte zum „Was ist es, das das Gesprochene und das Ungesprochene entstehen lässt und das daran anhaftet?". Also, was hat der außerhalb des Weges Suchende aus dem Schweigen des Buddha erlangt?
Ehrw. Zen-Meister Young San Seong Do
Vorne drei-drei, hinten drei-drei
(Ein Dialog zwischen Majusri und U-Tscho)
Vor langer Zeit lebte in China ein Mönch namens U-Tscho (chin.: Wu Cho, kor.: Mu-tschak Mun Hee). Eines Tages brach er zum Manjusri-Kloster auf, um dort durch intensives Gebet dem großen Bodhisattva Manjusri selbst zu begegnen. Auf dem Weg dorthin kam ihm ein alter Mann mit einem Ochsenkarren entgegen.
Der Alte fragte U-tscho: „Wo kommen Sie gerade her?“ „Ich komme aus dem Süden“, antwortete dieser. Der alte Mann sagte: „Aus dem Süden? Nun, wie wird der Buddha-Dharma im Süden weitergegeben?“ U-tscho antwortete: „Da das Ende des Dharma naht, halten nur wenige Mönche die Gebote ein.“ Der Alte fragte weiter: „Wie viele kommen zusammen?“ U-tscho sagte: „An die dreihundert, fünfhundert.“
U-tscho fragte nun seinerseits: „Wie wird der Buddha-Dharma hier weitergegeben?“ Der Alte antwortete: „Gewöhnliche Menschen und Weise leben miteinander: Drachen und Schlangen vermengen sich.“ U-tscho fragte erneut: „Wie viele kommen zusammen?“ Der Alte antwortete: „Vorne drei-drei, hinten drei-drei.“
Hier war das Gespräch beendet. U-tscho ging weiter und dachte über die letzte Antwort nach. Was mochte das bedeuten? Plötzlich begann er zu zweifeln, was es mit dem Alten auf sich habe? Er sah sich nach ihm um, doch dieser war mitsamt seinem Ochsenkarren verschwunden. U-tscho wurde plötzlich klar, dass dieser alte Mann der große Bodhisattva Manjusri gewesen sein musste. Er kehrte um und praktizierte mit dem Koan „Vorne drei-drei, hinten drei-drei“ und verwirklichte Erleuchtung. Er wurde ein bedeutender Zen-Meister.
Erläuterung:
Hier haben wir einen sehr interessanten Dialog. Der Praktizierende U-tscho haftet in seinen Fragen und Antworten an Formen und Erscheinungen, der alte Mann spricht in Begriffen der Welt des Geistes.
Nun, wo sind Sie jetzt?
Wenn sie antworten, „Ich bin hier“, ist Ihre Antwort von der Güte der Antwort U-tschos.
Was würden Sie antworten, wenn Sie der alte Mann wären?
Was bedeutet die Antwort des alten Mannes „Vorne drei-drei, hinten drei-drei“?
Ehrw. Zen-Meister Young San Seong Do
Was ist die wahre Schatzkammer?
Als der Schüler Dae-ju erstmals zum Zen-Meister Ma-jo (Ma-tsu Tao-i) kam, fragte der Meister ihn: „Was willst du von mir?“
Dae-ju sagte: „Ich will, dass Sie mich den Dharma des Buddha lehren“.
„Was für ein Narr du bist!“ sagte Ma-jo. „Du hast bereits das größte Juwel der Welt und doch läufst du noch immer umher und fragst andere Leute um Hilfe. Es gibt nichts davon Abgesondertes, was ich dich lehren könnte.“
Dae-ju verbeugte sich erneut und sagte: „Meister, würdet Ihr mir bitte sagen, was dieser Schatz ist?“
Ma-jo sagte: „Wo kommt deine Frage her? Was ist es, das mich genau in diesem Moment fragt?
Es ist genau der Schatz, den du hast. Alles ist in dieser Schatzkammer aufbewahrt. Du bist der Meister des gesamten Universums. Darum kannst du alles frei nach deinem Belieben nutzen. Aber du hast das Deine immer aufgegeben und draußen danach gesucht.“
Verstehst du jetzt, was eine wahre Schatzkammer ist?
Wenn du eine Antwort gibst, schlage ich dich dreißig Mal.
Selbst wenn du keine Antwort gibst, schlage ich dich dreißig Mal. Und warum?
Wie also kannst du frei sein von meinen dreißig Schlägen?
Ehrw. Zen-Meister Y. S. Seong Do
Die drei Koan-Grenztore
Ein Praktizierender kultiviert den Buddha-Dharma, um die Buddha-Natur zu sehen und den Leiden von Leben und Tod zu entkommen.
Vor langer Zeit in China gab Zen-Meister Do Sol Snim den Suchenden des Weges immer das „Die drei Grenztore“ genannte Koan:
Alles Weltliche aufzugeben, zu sitzen und Zen zu praktizieren dient dazu, seine wahre Natur zu sehen. Wo also ist deine wahre Natur?
Um deine eigene Natur gesehen zu haben, musst du frei sein von Leben und Tod. Wenn also dein Augenlicht zu Boden fällt, wie kannst du da frei sein von Leben und Tod?
Um Leben und Tod entkommen zu sein, musst du verstehen, wohin du gehen wirst. Wenn sich also deine vier Elemente zerstreuen, wohin wirst du gehen?
Gelehrte Hörerschaft, wenn ihr durch die Fragen über die genannten drei Grenztore etwas erlangt habt, dann bringt bitte ein Wort.
Kommentar:
Hast du deine Antwort nicht erlangt, dann fährst du zur Hölle, aber auch wenn du eine richtige Antwort bringst, fährst du direkt zur Hölle. Und warum? Wenn du wissen willst, warum, sieh hoch zu diesem blauen Himmel…
Der Himmel hat in der anfanglosen Vergangenheit nie ein Wort gesagt.
Verstehst du? Sich ein bisschen bewegen, schon ein Fehler.
Ehrw.. Zen-Meister Young San Seong Do
Was ist der Buddha-Dharma?
Vor langer Zeit war in China ein Zen-Meister namens Hyang-Bong weithin bekannt. Eines Tages besuchte ihn ein Laienanhänger und sagte: „Meister, ich möchte den Buddha-Dharma von Ihnen erlangen. Würden Sie mich bitte den Dharma lehren?“
Zen-Meister Hyang-Bong sagte: „Es tut mir leid, aber mein Dharma ist sehr teuer.“
Teuer... ? Wieviel kostet er denn?“
Wieviel kannst du zahlen?“
Der Übende steckte die Hand in die Tasche und holte einige Münzen heraus: „Mehr habe ich nicht.“
Zen-Meister Hyang-Bong sagte: „Selbst wenn du mir einen Goldklumpen so groß wie einen Berg anbötest, mein Dharma ist viel teurer.“
So musste der Übende gehen, um Zen zu praktizieren. Nach einigen Monaten harten Mühens kehrte er zum Zen-Meister zurück und sagte: „Ich habe nun verstanden, dass der Dharma sehr, sehr wichtig für mich ist. Also will ich alles für den Dharma tun. Ich werde sogar mein Leben für Sie opfern. Bitte lehren Sie mich den Dharma.“
Hyang-Bong sagte: „Selbst wenn du mir tausend Leben anbötest, mein Dharma ist viel teurer.“
Der Übende war sehr niedergeschlagen und ging wieder davon. Nach mehreren Monaten noch angestrengteren Übens kam er wieder und sagte: „Jetzt habe ich vollkommen verstanden, dass alles mein Geist ist. Also werde ich Ihnen meinen Geist für den Dharma geben. Würden Sie mich jetzt lehren?“
Hyang-Bong sagte: „Deinen Geist? Dein Geist ist ein unbedeutender Gedankenmüll. So etwas ist für mich nutzlos. Und wenn du mir auch zehntausendfach einen Geist anbötest, mein Dharma ist viel teurer.“
Wieder ging der Übende davon, um sich noch härter zu mühen. Nach ein paar Jahren verstand er schließlich, dass das ganze All leer sei. Also kehrte er zum Meister zurück und sagte: „Jetzt verstehe ich, wie teuer Ihr Dharma ist.“
Hyang-Bong antwortete: „Wie teuer ist er?“
Da stieß der Übende den „Hal“-Schrei aus: „Ak!!!“.
Hyang-Bong sagte: „Nein, er ist teurer als das.“
Als der Übende diesmal ging, war er wirklich verwirrt und tief verzweifelt. Er traf den festen Entschluss, den Meister nicht wiederzusehen, bis er die höchste Erleuchtung erlangt hätte.
Endlich kam dieser Tag und er kehrte zurück und sagte: „Meister, nun habe ich es wahrlich geschafft.“
Dann lass etwas hören“, sagte Hyang-Bong.
Der Himmel ist blau, das Gras ist grün. Der Berg ist ein Berg. Wasser ist Wasser“ erwiderte der Übende.
Nein nein nein“, sagte Hyang-Bong. „Mein Dharma ist sogar noch teurer als das.“
Jetzt aber wurde der Übende schließlich wütend: „Ich verstehe schon alles! Ich brauche deinen Dharma nicht mehr! Du kannst ihn dir in den Arsch stecken!“
Als er diese Antwort hörte, fing Hyang-Bong laut an zu lachen. Das machte den Schüler noch zorniger. Er rannte wild umher und stampfte aus den Zimmer. Als er gerade dabei war, durch die Tür zu gehen, rief Hyang-Bong: „Warte einen Moment!“.
Der Übende drehte sich um und sah den Meister an.
“Verliere meinen Dharma nicht” sagte Hyang-Bong.
Als er diese Worte hörte, erlangte der Übende Erleuchtung.
Nun frage ich das gelehrte Publikum: „Was ist der wahrhaftige Dharma?“.
Ehrw. Zen-Meister Young San Seong Do
^TOP
Zen-Meister Unmons Heilkräutergarten
Ein Mönch, der sich hinsichtlich Körper und Geist unschlüssig war, suchte Zen-Meister Unmon auf. Er warf sich dreimal nieder und fragte den Zen-Meister:
„Bitte, ich weiß nicht, was der Dharmakaya ist!“.
Zen-Meister Unmon erwiderte: „Ein Heilkräutergarten.“
Daraufhin sagte der Mönch: „Ist das alles, das ich wissen muss?“
Unmon antwortete: „Wenn dir das nicht genügt, dann zieh in die tiefen Berge und verharre dort, bis du den Löwen mit dem goldenen Fell triffst.“
Zen-Meister Yeong San Seong Do sagte: Wonach der Mönch gefragt hat, war nach seinem wahren Körper. Könnt ihr die Antwort des Meisters glauben? Könnt ihr glauben, dass euer Körper ein Heilkräutergarten ist? Und doch, wenn du diese Antwort nicht verstehst, dann praktiziere, bis du den Löwen mit dem goldenen Fell siehst. Dann wirst du verstehen, dass die Antwort ausreicht.
Ehrw. Zen-Meister Young San Seong Do